Hi zusammen,
ich wollte mal fragen, ob jemand von euch Erfahrungen hat mit der Psychosomatik für Erwachsene? Also ich war vor 3 Jahren schon eine ganze Zeit lang in einer Psychiatrie, aber für Kinder und Jugendliche und das war auch nicht freiwillig. Jetzt stehe ich bald ein Jahr auf der Warteliste für eine Psychosomatik und es geht wohl doch bald los. Also spätestens nach dem Sommer. Vielleicht sogar noch im August. Ich habe irgendwie ein bisschen Angst, dass das dann dort sehr anders ist. Also es ist ja schon anders, weil es eine Psychosomatik ist und keine Psychiatrie, aber es ist dann jetzt für Erwachsene. Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Also in der KJP und dann einen Wechsel zu den Erwachsenen? Wie war das für euch? Welche Unterschiede gibt es dort? Ich habe vor allem Angst, dass man mich dort nicht versteht und dass dort alle irgendwie voll alt sind und ich keinen Anschluss finde. Vielleicht hat ja jemand von euch solche Erfahrungen.
Liebe Grüße
Feline
Liebe Willow,
danke, dass du mir geschrieben hast. Ich habe auch einen Plan bekommen, was es alles für Therapien gibt und ich weiß, in welcher Gruppe ich dann bin und auch das Gebäude habe ich mir anschauen können. Also das ist keine Gruppe für jüngere Erwachsene, sondern für Traumatisierte. Als ich in der Psychiatrie war, da war ich auch mit einer im Zimmer, die sich so in den Mittelpunkt gestellt hat. Das war ziemlich anstrengend. Ich versuche schon offen zu sein, was mir schwer fällt, aber ich glaube, ich werde mich auch oft zurückziehen.
Ich weiß nur, dass es in der KJP auch viele andere Angebote gab. Also auch pädgaogische Angebote oder Spiele oder so und es war sehr „familiär“ fast. Als ich dort war, fand ich es schlimm, aber rückblickend betrachtet hat es mir dort schon geholfen. Es war zwar auch ziemlich viel Kontrolle, was mich total genervt hat, aber eigentlich waren auch alle sehr nett. Also so von der Pflege und den Ärzten und Therapeuten. Ich habe nur jetzt eher Angst, dass die für Erwachsene nicht mehr so nett sind und mich jetzt halt auch irgendwie erwachsen behandeln und ich finde das manchmal sehr hart und kalt wie Erwachsene zueinander sind. Klingt vielleicht komisch, aber ich habe Angst, dass mich dort niemand versteht. Also vor allem von denen die da arbeiten. Bei den Mitpatienten habe ich auch ein bisschen Angst. Ich bin nicht so gut mit sozialen Kontakten. Also so gar nicht gut. Ich rede nicht so wirklich, weil mir das schwer fällt. Ich glaube auch, dass ich bei vielen Therapien nicht mitmachen kann, weil mir was Angst macht. Oder auch wöchentliches Wiegen und so ist mein Horror. Also ich bin nicht wirklich im Essstörungsbereich, aber trotzdem habe ich damit ein Problem. Ich habe generell Angst, dass ich da Dinge tun muss, die mich triggern oder die ich nicht will. Sorry, ich bin ziemlich durcheinander.
Also es geht mir mehr darum den Unterschied zu finden zwischen Kinder und Jugend und jetzt Erwachsenen. Also ich habe Angst, dass ich dort jetzt sehr anders behandelt werde. Weil mit Kindern und Jugendlichen geht man ja anders um als mit Erwachsenen. Aber vielleicht habe ich auch nur komische Vorstellungen.
Danke, dass du mir von dir erzählt hast!
Liebe Grüße
Feline
liebe feline,
ich war in einer erwachsenen psychosomatik. also man hat viele freiheiten. man kann sich immer hilfe holen. hat regelmäßig gespräche, ärztlich, pflege, therapeutisch usw.
es gibt tatsächlich auch psychosomatiken bei denen es extra eine jungen erwachsenen stationen gibt. ich war in so einer, die ältesten waren so 28 glaub ich. die klinik in der ich war war leider nicht so mein fall. also es gab auch verschiedene bereiche. hätte ich wählen können, wäre ich lieber auf der traumastation gewesen. aber wir hatten auch viel mit den anderen auf unserem stockwerk zu tun. ich denke man muss da allgemein aber eh aufpassen. anfangs bin ich mit einer großen abwehrhaltung hin, weil mir vertrauen usw schwer fällt. und man muss sich halt klar machen, dass es nur kurze zweckmäßige "freundschaften" sind. ich hätte mir im nachgang schon manchmal gewünscht mich noch mehr zurück zu nehmen, was ich aber so oft gemacht habe und nie abends mitgespielt habe. aber ich denke man findet schon kontakte, mit einer halte ich immernoch kontakt. ich kam aber z. b. mit meiner zimmernachbarin gar nicht klar. die hat sich selbst so in den mittelpunkt geschoben und alle getriggert und anderen vorgeworfen sie triggern. also auch da, grenz dich ab so gut du kannst.
aber ich habe vieles sehr genossen und wäre ich dort nochmal hin, hätte ich z. b. auch die freiheit gehabt zu wählen. frühs mussten wir 3 mal die woche über klinikgelände walken. da ich früh immer spazieren gegangen bin, fand ich das wie eingesperrt sein. denke da muss man sich schon für sich und seine bedürfnisse sehr einsetzen, darf man aber auch. essen ist auch frei (weiß nicht, wie es beim essstörungsbereich ist), bei uns lagen halt immer zettel und die mussten halt nach dem essen weg sein, sonst wurde es an die pflege gemeldet. die hat man beim koch abgelegt. (wenn andere mal auswärts länger waren und da gegessen haben, haben wir auch deren zettel da mit hingelegt z. b.) und man hat viel freizeit, aber auch abwechslungsreiches programm. ich konnte viele therapien nicht nutzen, wegen meiner angst. aber auf mich wurde auch oft rücksicht genommen und ich habe dann halt zugesehen.
ich kann nur keinen vergleich ziehen, denn in einer psychiatrie war ich nie.
ausgang hatten wir auch immer, du musst dich halt für versicherungsgründe eintragen wann und wie lange du weg willst. ich hab einige zettel gebraucht, weil ich in jeder therapiepause raus bin.
weiß nicht was dich da noch interessiert?
liebe grüße willow